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Aktuelle Buchempfehlungen

Zeh, Juli

Unterleuten

Luchterhand Verlag,

Roman

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Unterleuten

Zeh, Juli

Unterleuten

Luchterhand Verlag, 2016


Aus einem winzigen Brandenburger Dorf hat Juli Zeh einen ganzen Kosmos von menschlichen Abgründen, Leidenschaften, Enttäuschungen, Intrigen und Missverständnissen geschaffen, kurz gesagt: eine comedie humaine in der Ostprignitz. Das Personal besteht aus ehemaligen Grossbauern, Altstalinisten, verbitterten Ehefrauen, egoistischen Kindern und idealistischen Grossstädtern, die hier auf dem Land vergeblich die Idylle suchen. Dreh- und Angelpunkt sind geplante Windkrafträder. Anhand dieser Investition werden die verschiedenen Interessen und uralten unbeglichenen Rechnungen deutlich. Die Autorin wird jeder, wirklich jeder Biographie gerecht, hier wird nicht in Gut und Böse eingeteilt. Sehr sorgfältig werden auch noch die kleinsten Details ins Gesamtgeflecht eingebaut. Ein sehr spannendes und empfehlenswertes Buch. Juli Zeh hat das Fach "Mensch" studiert und ihr Examen glänzend bestanden.

Anton Haberditzl

Grossmann, David

Kommt ein Pferd in die Bar

Hanser Verlag,

Roman

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Kommt ein Pferd in die Bar

Grossmann, David

Kommt ein Pferd in die Bar

Hanser Verlag, 2016


Liebe ist, wenn man weiter liest.
So lautete die Überschrift in der Rezension der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das neue Buch von David Grosmann.

Genauso ging es mir beim Lesen. Zu Beginn des Buches fand ich den Autor von „Eine Frau flieht vor einer Nachricht" nicht wieder. Ein fremder Stil, flapsig bis vulgär, das ist nicht David Grosmann, dachte ich. Aber dennoch wollte ich dieses Buch nicht einfach schließen, konnte mir nicht vorstellen, dass gerade dieser emotionale Autor nicht zu seiner Stärke findet, zwischenmenschliche Beziehungen und Gefühle zu beschreiben und zum Mittelpunkt seines Buches zu machen. Und so wurde ich immer mehr hineingezogen in eine Geschichte, die bewegend und erschütternd Einblick gibt in die menschliche Seele und den Wunsch nach Liebe und Zuwendung. Eben doch ein echter Grosmann.

(Aus dem Umschlagklappentext):
Für eine gute Pointe gab Dovele schon immer alles. Als Kind lief er oft auf den Händen. Er tat das, um seine Mutter zum Lachen zu bringen und damit ihm keiner ins Gesicht schlug. Heute steht er ein letztes Mal in einer Kleinstadt in Israel auf der Bühne. Er hat seinen Jugendfreund, einen pensionierten Richter, eingeladen. Im Laufe des Abends erzählt der Comedian zwischen vielen Witzen eine tragische Geschichte aus seiner Jugend. Es geht um Freundschaft und Familie, Liebe, Verrat und eine sehr persönliche Abrechnung auf dem Weg zu einer Beerdigung. Dem Kleinstadtpublikum ist das Lachen vergangen.

Karin Bräunig

Hein, Christoph

Glückskind mit Vater

Suhrkamp Verlag,

Roman

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Glückskind mit Vater

Hein, Christoph

Glückskind mit Vater

Suhrkamp Verlag, 2016


Konstantin Boggosch wird von seiner Mutter –mein Glückskind- genannt.

1945 geboren kann er als Säugling seine Mutter vor dem Schlimmsten bewahren, als die Russen nach G kommen. Sein Vater war ein hochrangiger SS-Mann und Kriegsgewinnler , der ein Arbeits-und Konzentrationslager für seine Gummi-und Reifenfabrik in G einrichtete. Er wurde noch vor Konstantins Geburt als Kriegsverbrecher in Polen verurteilt und hingerichtet. Durch diesen Vater wird Konstantin in der DDR in Sippenhaft genommen. In einer nüchternen Sprache folgt Hein den individuellen Fährnissen seines Konstantin Boggosch.

Mich hat dieses Buch zutiefst berührt. Während der DDR-Zeit kann sich Konstantin nicht mit der Macht arrangieren und Karriere machen, sondern muß seinen eigenen Weg finden. Nach der Wende kann er souverän das finanzielle Erbe seines Vaters ausschlagen. In diesem Sinne empfinde ich Konstantin Boggosch als –Glückskind mit Vater-.

Ilona Lang

Shalev, Seruya

Schmerz

Berlin Verlag,

Roman

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Schmerz

Shalev, Seruya

Schmerz

Berlin Verlag, 2015


Auch der neue Roman von Zeruya Shalev "Schmerz" hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen!

Der Grund dafür liegt nur in zweiter Linie in den dramatischen Geschehnissen, die plötzlich über einen vermeintlich stabil - vernünftigen Alltag einer Familie hereinbrechen. Natürlich ist es spannend, mitzuerleben, wie eine Frau, Ehefrau und Mutter zweier erwachsener Kinder plötzlich, unerwartet und zufällig ihre große Jugendliebe wiedertrifft, einen Mann, der damals brutal und unvorhersehbar die Beziehung beendet hatte. Natürlich ist es spannend, mitzuerleben, wie eine Mutter um ihr Kind kämpft, das in die Fänge eines obskuren Gurus geraten ist und sich diesem sklavisch unterwirft. Viel spannender noch ist es aber, zu sehen, was all' das bei der Protagonistin auslöst. Es ist eine Persönlichkeitskrise, die weit über die aktuellen Geschehnisse hinausreicht, ein tief wurzelnder Schmerz, der durch die Ereignisse offengelegt, aber auch nur so geheilt werden kann.

Zeruya Shalev beschreibt jeden Gedanken, jedes Gefühl so treffsicher und authentisch, dass ich mich, auch ohne alle umgebende Dramatik, vielfach darin gespiegelt sah.

Beate Mielke

Erpenbeck, Jenny

Gehen, ging, gegangen

Knaus Verlag,

Roman

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Gehen, ging, gegangen

Erpenbeck, Jenny

Gehen, ging, gegangen

Knaus Verlag, 2015


„An Grenzen verkehren sich manchmal Dinge in ihr Gegenteil, erinnert sich Richard an das, was er bei seinem ersten Besuch auf dem Oranienplatz gedacht hat“.

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter?
Richard, emeritierter Professor, kommt durch die Begegnung mit den Flüchtlingen auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei den jungen Männern aus Afrika, die in Berlin gestrandet sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist. (Aus dem Klappentext)

Eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, mit der Jenny Erpenbeck meisterhaft erzählt, wie uns das Schicksal der Flüchtlinge nicht nur berühren kann, sondern die Begegnung mit ihnen für uns selbst ein Gewinn sein kann. Erst als der Protagonist Richard in Gesprächen mit den Flüchtlingen spürt, wie sie sich ihm, einem völlig Fremden, gegenüber öffnen und ihm ihre Lebensschicksale erzählen, findet er den Mut, sich selbst den Fragen zu seinem eigenen Leben zu stellen.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, gerade in der aktuellen Situation ist es eine Bereicherung.

Besprochen von Karin Bräunig

King, Lily

Euphoria

Beck Verlag,

Roman

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Euphoria

King, Lily

Euphoria

Beck Verlag, 2015


Inspiriert vom Leben der Antrophologin Margaret Mead erzählt Lily King die fiktive Geschichte der Amerikanerin Nel Stone, ihrem Mann Fen und ihrem Kollegen Andrew Bankson.

In der abgeschiedenen Welt von Neuguinea treffen die drei Protagonisten aufeinander und entwickeln schnell ein enge und komplizierte Verbindung zueinander. Während der Brite Bankson sich über die Errettung aus Einsamkeit und Trauer freut, fühlt sich Nell Stone von seinem sanften und ruhigen Wesen intellektuell verstanden und angezogen. Ihr Mann Fen bildet das exzentrische und aufbrausende Gegengewicht dieser unkonventionellen und berührenden Dreiecksbeziehung, welche die Charaktere verbindet.

Der wissenschaftliche Erfolgsdruck und die Suche nach der Erkenntniss über das Fremde und Unerforschte sorgen sowohl für Konkurrenzgefühle als auch Erkenntnisse und neue Überlegungen, die durch die intensive Beziehung der Drei getragen werden.

Lily King schreibt berührend und intelligent über das Erforschen des Fremden, die Ambivalenz der Anthrophologie und romantischen und platonischen Liebesbeziehungen.

Josi

Aktuelle Lesekinder Empfehlungen

Michaelis, Antonia

Das Blaubeerhaus

Oettinger Verlag,

Besprochen von Olivia

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Das Blaubeerhaus

Michaelis, Antonia

Das Blaubeerhaus

Oettinger Verlag, 2015


Ferien in einem kleinen Haus ohne Strom, fließend Wasser und mit einem fast fremden Familien-Zweig? Das können sich weder Imke noch Leo vorstellen. Doch genau das passiert. Die ganze Familie hat ein Haus in Weitweitwegistan geerbt. Aber das Merkwürdigste: Nach ein paar Tagen fängt es an zu spuken. Ist die alte Lene –die vorige Besitzerin des Hauses –etwa zurück? Das gilt es nun zu erkunden.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen weil es lustig, gruselig und spannend zu gleich ist. Außerdem wird es aus zwei verschiedenen Perspektiven geschrieben, was das Buch noch interessanter macht. Ich empfehle es für Mädchen und Jungs von 9 bis 12 Jahren.

Olivia

Ruhe, Anna L.

Seeland

Arena Verlag,
Besprochen von Olivia

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Seeland

Ruhe, Anna L.

Seeland

Arena Verlag, 2015


Max hasst diese Kleinstadt. Mit seiner Mutter ist er in die Stadt gezogen, in der seine Oma lebt. Dort ist es zwar langweilig, doch Max entdeckt einen Hinweis zu seinem verschollenen Vater. Er beschließt nach London zu fahren, um nach seinem Vater zu suchen. Doch ein heftiger Regenguss durchschneidet seinen Plan. Er trifft auf das einzige Kind in der Kleinstadt (außer ihm) - Emma. Durch sie gerät er in einen alten Brunnen und dadurch direkt nach Seeland. Ein wunderbares Land voller ungewöhnlicher Eindrücke. Die Suche nach seinem Vater beginnt.

 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es sehr spannend und teilweise auch lustig ist. Ich würde es für Mädchen und Jungen von 9-12 Jahren empfehlen.

Oseman, Alice

Solitaire

Dtv Verlag,
Besprochen von Lucie

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Solitaire

Oseman, Alice

Solitaire

Dtv Verlag, 2015


Die sechzehnjährige Tori Spring hat das Gefühl, dass sie sich zwischen Weltschmerz, Erfolgsdruck, dem Zwang, ihre Zukunft planen, sich selbst finden und jetzt eigentlich die beste Zeit ihres Lebens haben zu MÜSSEN, verliert. Dass sie kurz davor ist, zu zerbrechen an der Gleichgültigkeit der Welt. Dass sich daran auch im neuen Jahr nichts ändern, dass wieder nichts passieren wird. Und dann passiert doch etwas: Tori trifft auf Michael Holden. Eigentlich verkörpert Michael mit seinem Enthusiasmus und der schwarzen Hipster-Brille all das, was Tori verachtet, und dennoch ist sie fasziniert von seiner überschäumenden Lebensfreude und seiner Neugier auf die Welt. Und es gibt Solitaire, eine anonyme Schülergruppe, die seit Kurzem Toris Schule in Atem hält. Anders als alle anderen fragt Tori sich, was und wer wirklich hinter Solitaire steckt.<<

 

Ein Wirklich wundervolles Buch, welches ich einfach nur verschlungen habe - zwei mal! Man fühlt sich total in Tori's Rolle ein und fiebert mit, was "Solitaire" wohl als nächstes plant und ob sie und Michael wohl Freunde werden... Das Buch ist spannend und leicht verständlich geschrieben und hat eine tolle Handlung - und ich lege es allen Jugendlichen ans Herz (und nicht umbedingt nur Mädchen!), denn allein schon für Michael Holden, der mein persönlicher Charakter-Favourit ist, und für das alles toppende Ende lohnt es sich, dieses Buch zu lesen!! Aber AUF KEINEN FALL das Ende zuerst lesen!!!  ;)

Viel Spaß beim Verschlingen!!

Ewing, Amy

DAS JUWEL - DIE GABE

Fischer Verlag,
Besprochen von Sara

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DAS JUWEL - DIE GABE

Ewing, Amy

DAS JUWEL - DIE GABE

Fischer Verlag, 2015


„ Darf ich dir eine Frage stellen, Nummer 197?“ , sagte Lucien leise: „ Willst du dieses Leben?“

Prunkvolle Schlösser, schöne Kleider, rauschende Feste. Stell dir vor, du wirst aufgrund deiner Begabung für ein solches Leben im Luxus ausgewählt. Du darfst im Palast der Herzogin wohnen. Aber was geschieht, wenn du ihr trotz deines herausragenden Talents nicht geben kann, was sie verlangt?

Genauso geht es Violet. Sie wird auf Grund ihrer Begabung ihrer Familie weggenommen und in eine Verwahrungsanstalt geschickt. Dort versucht man ihr ihren Namen, ihre Identität, alles wegzunehmen.

Dieses Buch ist unglaublich fesselnd! Wenn du einmal angefangen hast, kannst du es nur unter größter Willensanstrengung wieder beiseite legen. Aber die Wahrheit hinter dem Juwel ist grausam. Ich würde es ein wenig mit Tribute von Panem vergleichen, obwohl eine Rebellion eher untergründig verläuft. Es gibt keine offen Actionszenen. Das war für mich faszinierend, wie so etwas, was das Leben aller Menschen verändern kann, mit einer Person beginnt.

Der zweite Band ist leider erst auf Englisch draußen. Ich hoffe aber, dass er bald übersetzt wird! Absolut empfehlenswert, allerdings nicht für Zartbeseitete.

Grant, Holly

Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief

CBT Verlag,
besprochen von Iris

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Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief

Grant, Holly

Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief

CBT Verlag, 2015


Anastasia ist ein ganz normales Mädchen, das eines Tages auf zwei angebliche Großtanten reinfällt. Sie geht mit Tante Prim und Tante Prude zu einem uralten verstaubten Haus, das von einem Elektrozaun und Pudel mit Metallgebissen bewacht wird. Das Haus ist innen voller Spiegel und Bilder, wo Monobrauen (das sind zusammengewachsene Augenbrauen) drauf sind. Nachts wird sie in ihr Zimmer eingesperrt und sie hört immer so komische Geräusche. Irgendwann stellt sie fest, dass Prim und Prude gar nicht ihre Tanten sind und dass in diesem Haus auch früher andere Kinder da gelebt haben, die geheimnisvollerweise verschwunden sind...

Ein ganz tolles Buch, das ich gerne 8-10-jährigen empfehlen würde. Es ist sehr spannend, witzig und ein bisschen gruselig.